Zur Übersicht Zur Übersicht
Alle tragen Masken – zum Umgang mit der Maskenpflicht

Im Zuge der Eindämmung des Corona-Virus gibt es in allen Bundesländern inzwischen eine Pflicht zum Tragen von Masken. Diese gilt für den öffentlichen Nahverkehr sowie in Geschäften. Die Maskenpflicht soll uns helfen, die Ansteckung mit dem Corona-Virus zu verhindern. 

Die Frage ist nur: Was passiert eigentlich mit unserer Psyche, während wir unseren Körper schützen? Und wie können wir gut und achtsam damit umgehen?

Als angenehm empfindet wohl kaum einer das Tragen einer Maske. Vielen fällt die Atmung schwerer, die Brille beschlägt, es ist warm und ungewohnt. Doch von den eigenen körperlichen Empfindungen einmal abgesehen: Welche Auswirkungen hat es auf uns, wenn wir vielerorts Menschen mit Mund-Nasen-Schutz zu sehen? 

Masken erschweren die soziale Orientierung

Wir fühlen uns verunsichert, wenn wir die Gesichtszüge unserer Mitmenschen nicht lesen können. Eventuell haben wir sogar das Gefühl, bedroht zu sein. Evolutionsbiologisch betrachtet ist das kein Wunder: Nicht nur im Tierreich, auch für uns Menschen war es überlebenswichtig, dass wir Mund und Nase unseres Gegenübers sehen konnten. 

Wir wollen auch heute noch einschätzen können, ob jemand wütend, ängstlich oder entspannt ist, um uns entsprechend zu verhalten. Dieser wichtige soziale Aspekt fällt nun weg. In der Folge fühlen wir uns möglicherweise bedroht. Damit wappnen wir uns sozusagen für den Fall, dass eine echte Bedrohung durch einen Angreifer auf Grund des Mund-Nasen-Schutzes unerkannt bleibt.

Masken können negative Assoziationen hervorrufen

Bei den meisten von uns wecken die Masken außerdem eher unangenehme Assoziationen. Wir denken an Arztbesuche, Krankenhäuser und Bankräuber. Diese Assoziationen tragen zu unseren unangenehmen Gefühlen in Zusammenhang mit der Maskenpflicht bei. 

Natürlich halten die Masken auch weiterhin den Gedanken an den Corona-Virus aufrecht. In Alltagssituationen wie beim Bus fahren oder beim Einkaufen haben wir dadurch stetig die Pandemie präsent. 

Die Maskenpflicht schränkt das Gefühl von Selbstbestimmung ein

Eine Pflicht ist etwas, das uns von außen auferlegt wird. Selbst wenn wir Pflichten gerne erfüllen und den Sinn in ihnen erkennen, haben Pflichten den unangenehmen Beigeschmack einer fremdgesteuerten Einschränkung. 

Da es aufgrund der Corona-Krise gerade zu einem Anstieg vieler neuer Pflichten kommt, kann es sein, dass wir mit innerem Widerstand reagieren – der gar nicht durch bewusstes Nachdenken ausgelöst sein muss. 

In der Psychologie spricht man von Reaktanz. Die beste Möglichkeit mit diesem Widerstand umzugehen, ist, sich ihn sich zunächst bewusst zu machen und dann zu erforschen, ob wir die Maskenpflicht tatsächlich nur als willkürliche Fremdbestimmung wahrnehmen. Oder ob es uns gelingen kann, denn Sinn der Masken zum Schutz anderer Menschen und uns selbst erkennen und annehmen können. 

Vielleicht gelingt es uns auch, diese Maßnahme als vorübergehend zu begreifen und zwei Gefühle gleichzeitig da sein zu lassen: ja, das ist unangenehm und ja, das ist hilfreich und daher positiv.  

Was hilft uns im Umgang mit der Maskenpflicht?

Es gibt etwas, das sich von ganz alleine einstellen und uns das Tragen der Masken erleichtern wird: Gewohnheit. Die Menschen in vielen asiatischen Großstädten machen es uns nicht erst seit der Corona-Krise vor. Masken zur Vorbeugung von Infektionen oder zum Schutz vor Feinstaub zu tragen, ist dort gang und gäbe. 

Wenn unser Gehirn irgendwann durch Erfahrung gelernt hat, dass unsere Mitmenschen mit Maske nicht bedrohlicher sind als ohne, werden wir keine heftigen unangenehmen Gefühle mehr in Zusammenhang mit dem Anblick der vielen Masken entwickeln. 

Diese Übergangszeit gilt es einerseits durchzuhalten, andererseits ist sie immer auch eine Chance, unsere bisherigen Gewohnheiten wahrzunehmen und dankbar zu sein. Unser Leben bis hin zur Corona-Krise konnten wir ohne Maske einkaufen gehen und die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen – und dieser Zustand wird eines Tages zurückkehren. 

6 Tipps, was du konkret tun kannst:

  1. Der Gedanke hinter dem Tragen einer Maske ist, dass wir uns gegenseitig schützen. Jede Maske, die du siehst, ist daher ein Symbol für Rücksichtnahme und drückt den Wunsch aus, dass wir und andere gesund bleiben mögen. Mache dir das bewusst.
  2. Übe dich in Dankbarkeit: Schreibe dir täglich 3 Dinge auf, die du im Grunde täglich als selbstverständlich nimmst und für die du verstärkt dankbar sein kannst, z.B. deine Gesundheit, den Sonnenschein und die Möglichkeit, mit einem Freund oder einer Freundin spazieren zu gehen.
  3. Tausche dich mit anderen über die Maskenpflicht aus und erzähle, wie du dich fühlst. Erfahre, dass es anderen vielleicht ganz ähnlich geht, das stärkt dein Gefühl von Verbundenheit und schafft positive Gefühle. Wenn du möchtest, teile deine Erfahrungen gerne mit uns und weiteren Menschen in unserer Facebook-Community HelloBetter zusammenzuhause.
  4. Fokussiere dich auf Positives: Welche positiven Assoziationen zum Tragen einer Maske hast du? Kennst du es vielleicht vom Skifahren oder aus dem Nagelstudio? Auch Bauarbeiter tragen zum Schutz eine Maske und es gibt auch traditionelle Maskenfeste. Denke auch an diese positiven Verbindungen.
  5. Unangenehme Gefühle in Zusammenhang mit der Maske sind ganz normal. Versuche sie daher wahrzunehmen, da sein zu lassen und nicht gegen sie anzukämpfen, da du sie sonst nur verstärkst. Vielleicht kann es dir helfen, dir einen Satz, der das verdeutlicht, in Erinnerung zu rufen, z.B.: “Es ist, wie es ist.”
  6. Wenn dir die Belastung durch die Maskenpflicht sehr zu schaffen macht, kannst du unser kostenloses psychologisches Online-Training zur Stressbewältigung ausprobieren. Verschaffe dir auch gerne eine Übersicht aller kostenfreien Angebote der Initiative „Stark durch die Krise“. Wir freuen uns auf dich!

#starkdurchdiekrise - Von uns für euch:

Telefon-Hotline

Telefon-Hotline

0800 000 33 45* * kostenlos aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz, 100% anonym: Ihre Telefonnummer wird nicht gespeichert
Psychologische Unterstützung
mit der kostenlosen Telefon-Hotline:

Sie können Sie sich anonym und kostenlos telefonischen Rat bei unseren Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen holen, wenn Sie mit der Bewältigung der Corona-Krise Schwierigkeiten haben.

Telefon: 0800 000 33 45 * (täglich 8 – 20 Uhr)

* kostenlos aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz, 100% anonym: Ihre Telefonnummer wird nicht gespeichert

Jetzt anrufen